Zeugnis des Glaubens. Authentisch und unmittelbar?
BHT
German
Der Beitrag untersucht die im „Zeitalter der Kontingenz“ zunehmende Bedeutung persönlicher Glaubenszeugnisse und fragt, warum solche Zeugnisse ihre Adressaten manchmal nicht erreichen. Die Autorin identifiziert zwei zusammenhängende Missverständnisse: die „Illusion der Authentizität“ (die Annahme, ein besonders authentisches Zeugnis müsse notwendig überzeugend wirken) und die „Illusion der Unmittelbarkeit“ (die Annahme, Kommunikation und Gotteserfahrung selbst könnten unvermittelt geschehen). Anhand von Beispielen – etwa sprachlicher und formaler Vermittlung, der Rolle von „Technik“ bei der Verkündigung sowie der grundsätzlichen Uneinsehbarkeit der eigenen Glaubensmotive (Metz) – zeigt der Text, dass sowohl zwischenmenschliche Kommunikation als auch Gotteserfahrung selbst stets vermittelt sind, etwa durch Sprache, psychische Strukturen, Prägungen und Gottesbilder. Dies widerspricht keineswegs dem Wert authentischer, persönlicher Zeugnisse, relativiert aber den Anspruch, dass Unmittelbarkeit ein Kriterium für Echtheit oder Wirksamkeit wäre – im Gegenteil sei die vermittelte Gestalt der Gottesbeziehung, wie sie sich exemplarisch in der Inkarnation zeigt, essenziell und keine bloße „zweitbeste“ Option. Der Beitrag schließt mit praktischen Konsequenzen für einen nüchternen, respektvollen und zugleich kritisch unterscheidenden Umgang mit Glaubenszeugnissen – sowohl aufseiten derer, die Zeugnis geben, als auch derer, die es empfangen.
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Faculty
- Faculté de théologie
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Department
- Département des Sciences de la foi et des religions, Philosophie
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Language
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Classification
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Religion, theology
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License
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Open access status
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green
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Persistent URL
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https://folia.unifr.ch/unifr/documents/336457
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hoffmannzeugnisdesglaubens2023: 10