Licht und Dunkel. Metaphorische Annäherungen an Glaube und Zweifel.
BHT
Published in:
- GuL. - 2019, vol. 92, p. 76–84
German
Der Beitrag hinterfragt die scheinbar eindeutige Zuordnung von Glaube zu Licht und Zweifel zu Dunkelheit, indem er die Mehrdeutigkeit dieser Metaphorik auslotet. Ausgehend von klassischen Vorstellungen „dunklen Glaubens“ – der Unverständlichkeit von Glaubensgeheimnissen (Pesch) und der geistlichen Nicht-Erfahrung Gottes (Johannes vom Kreuz) – zeigt die Autorin, dass Dunkelheit hier gerade nicht mit Zweifel verbunden war, sondern mit Gewissheit einherging. Diese Konstellation sei jedoch an heute vielfach nicht mehr geteilte Voraussetzungen gebunden. Im Hauptteil skizziert der Text sieben Varianten des Verhältnisses von Licht, Dunkel, Glaube und Zweifel: das Licht des Glaubens als empfangenes (nicht selbst erzeugtes) Licht; die Verträglichkeit dieses Lichts mit inhaltlicher Unverständlichkeit; die klassische Dunkelheit geistlicher Nicht-Erfahrung; den aufklärerischen Zweifel, der Autoritätsgläubigkeit erhellt; den Zweifel angesichts religiöser Pluralität, der Gewissheit neu und bescheidener fassen lässt; die radikalisierte „dunkle Nacht“ als existenziellen Gotteszweifel (Thérèse von Lisieux, Teresa von Kalkutta); sowie – als scheinbare siebte Variante – den relativistischen „Nebel“ einer rein subjektiven Cafeteria-Religion (Dalferth). Der Beitrag schließt mit vier Haltungen im Umgang mit Licht und Dunkel im Glauben: Dankbarkeit für geschenktes Licht, die Bereitschaft, Glauben auch im Zweifel zu vertreten, das Rechnen mit Dunkelheit als Normalfall und die Aufgabe, die je eigene Gestalt der Dunkelheit genauer zu befragen.
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Faculty
- Faculté de théologie
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Department
- Département des Sciences de la foi et des religions, Philosophie
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Language
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Classification
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Religion, theology
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License
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Open access status
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green
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Persistent URL
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https://folia.unifr.ch/unifr/documents/336456
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