Doctoral thesis

Lernen mit- und voneinander in Schulen mit personalisierten Lernkonzepten : eine Untersuchung der Lehr-Lern-Kultur in heterogenen Lerngruppen an Sekundarschulen

PSPE

  • Freiburg, Schweiz, [2025]

1 Online-Ressource (XVI, 314 Seiten)

PhD: Universität Freiburg (Schweiz), 01.12.2025

German Im Kontext gesellschaftlicher und technologischer Veränderungen sowie des schulischen Umgangs mit Vielfalt setzen viele Schulen in der Schweiz auf personalisierte Lernkonzepte. Während deren Ausrichtung auf individuelle Lernprozesse gut untersucht ist, bleibt die Rolle kooperativer Lernformen bislang wenig geklärt. Die vorliegende Dissertation analysiert die Lehr- und Lernkultur in heterogenen Sekundarschulklassen und stellt das Lernen mit- und voneinander (Lmuv) als zentrales Element fachlicher, sozialer und motivationaler Prozesse in den Mittelpunkt. Untersucht werden Formen der Zusammenarbeit, des Helfens und des Nebeneinander-Lernens in personalisierten Lernsettings. Ziel ist es, die Dynamik des Lmuv im Spannungsfeld von Offenheit und Struktur zu beschreiben – entlang der Dimensionen Lernformen (Wie), Inhalte (Was) und soziale Strukturen (Wer). Ein besonderer Fokus liegt auf ko-regulativen Prozessen als Verschränkung von Selbst- und sozial geteilter Regulation. Methodisch kombiniert die Studie quantitative und qualitative Zugänge (Fragebogen, Interviews, Beobachtungen). Die Ergebnisse zeigen, dass personalisierte Lernsettings durch flexible Strukturen, neue Rollen und eine soziale Einbettung des Lernens geprägt sind. Lmuv erweist sich dabei als zentrales, zugleich jedoch nicht voraussetzungsloses Element: Es entsteht nicht automatisch eine fachlich gehaltvolle Ko-Konstruktion. Vielmehr variiert die Qualität der Interaktionen und bleibt häufig auf organisatorische und regulative Prozesse beschränkt. Die Befunde verdeutlichen, dass die Qualität von Lmuv von der gezielten Gestaltung von Lernaufgaben sowie der Lernbegleitung durch Lehrpersonen abhängt. Auf dieser Grundlage wird ein prototypischer Lehr-Lern-Zyklus (Wir–Ich–Du–Wir) entwickelt, der die dynamische Verschränkung individueller und kooperativer Lernprozesse beschreibt und als Instrument für Planung, Analyse und Reflexion dient. Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Weiterentwicklung didaktischer Konzepte im Kontext personalisierter Lernformen.
Faculty
Faculté des lettres et des sciences humaines
Department
Département des sciences de l'éducation et de la formation
Language
  • German
Classification
Education, teaching
Notes
  • Literaturverzeichnis
License
CC BY
Open access status
diamond
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Persistent URL
https://folia.unifr.ch/unifr/documents/335579
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