Schreiben in der dritten und fünften Klassenstufe : die Bedeutung der hierarchieniedrigen Schreibkomponenten, des phonologischen Arbeitsgedächtnisses und der basalen Lesekompetenz für die Schreibflüssigkeit und die Textqualität sowie daraus resultierende Schreibprofile
German
Schreibprodukte entstehen durch das hochdynamische Zusammenspiel verschiedener Komponenten. Der Fokus der vorliegenden Studie liegt auf der Klärung der Bedeutung der hierarchieniedrigen Komponenten (Leserlichkeit der Handschrift, Geläufigkeit der Handschrift, Rechtschreibung, Abruf von sprachlichem Wissen), dem phonologischen Arbeitsgedächtnis und der basalen Lesekompetenz für die Schreibflüssigkeit und die Textqualität in der dritten und fünften Klassenstufe. Zudem wurde unter Einbezug der genannten Komponenten analysiert, ob sich unterschiedliche Schreibprofile in diesen Klassenstufen finden und wie sich diese charakterisieren lassen. Die Stichprobe der Studie umfasst total 514 Kinder – 252 Kinder aus der dritten Klassenstufe und 262 Kinder aus der fünften Klassenstufe – aus Deutschschweizer Schulen.Es zeigt sich, dass die hierarchieniedrigen Komponenten (Leserlichkeit und Geläufigkeit der Handschrift, Rechtschreibung, Abruf von sprachlichem Wissen), das phonlogogische Arbeitsgedächtnis, die basale Lesekompetenz sowie die Schreibflüssigkeit in beiden Klassenstufen entweder direkte oder indirekte Effekte auf die Textqualität haben. Entsprechend sind alle Fertigkeiten an der Entstehung des Textprodukts beteiligt. Das Modell kann in der dritten Klassenstufe 71.9 % und in der fünften Klassenstufe 72.2 % der Varianz der Textqualität erklären. Zudem zeigen die Resultate der Studie, dass die Schreibflüssigkeit einen hohen Einfluss auf die Textqualität in beiden Klassen aufweist und dadurch einen geeigneten Prädiktor derselben darstellt. Die Profilanalysen ergaben in beiden Klassenstufen vier Leistungsprofile. Die Analyse der Mittelwerte deutet darauf hin, dass die untersuchten Komponenten für jedes Profil in einem ähnlichen Leistungsbereich liegen. Das bedeutet, dass die Kinder, welche die tiefsten Schreibleistungen zeigen, auch die tiefsten Mittelwerte bei den anderen Komponenten erreichen.