Sentence comprehension abilities of children learning (Swiss) German as a second language. Quantitative and qualitative data from the TROG-project in Freiburg/SWITZERLAND
German
Hintergrund: Die Satzverständnisleistungen von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache wurden bisher kaum untersucht. Dies gilt erst recht für die Deutschschweiz, in der schweizerdeutsche Dialekte als Umgebungssprache dominieren. Ziel: Es gilt herauszufinden, wie das Satzverständnis von Kindern mit (Schweizer-)Deutsch als Zweitsprache (DaZ) allgemein und im Vergleich zu Kindern mit Schweizerdeutsch als Erstsprache (DaE) beschaffen ist. Methodik: In einer Querschnittsuntersuchung wurden 481 Kinder mithilfe des TROG-D und einer Adaption für Schweizerdeutsch (TROG-CH) untersucht. 48 Kindern mit DaZ wurde je ein Kind mit DaE per statistischem Matching zugeordnet. Sowohl die interindividuellen als auch die intraindividuellen Unterschiede wurden mit t-Tests für abhängige Stichproben überprüft. Ergebnisse: Kinder mit DaZ haben im Vergleich zur deutschen Normstichprobe (t(47) = 8.875, p = <.001; Cohen’s d = 1.28) und im Vergleich zur Schweizer Kontrollgruppe (TROG-CH: t(47) = 8.039, p = <.001; Cohen’s d = 1.16; TROG-D: t(47) = 9.32, p = <.001; Cohen’s d = 1.35) bedeutend tiefere Leistungen erzielt. Die Leistungen in den beiden Sprachversionen des Tests unterscheiden sich nicht voneinander (t(47) = 1.117, p = .135). Schlussfolgerungen: Die unterdurchschnittlichen Leistungen sind Folge der besonderen Spracherwerbsbedingungen und dürfen nicht mit einer Erwerbsstörung assoziiert werden. In der Praxis muss den Satzverständnisschwierigkeiten der Kinder mit DaZ angemessen begegnet werden.