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Zur diagnostischen Eignung deutscher Rechtschreibnormen bei Schweizer Primarschulkindern : Eine exemplarische Studie zur Hamburger-Schreib-Probe im Kanton Freiburg

    2018
Published in:
  • Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete (VHN). - 2018, vol. 87, p. 1-22
German Zur Diagnostik von Rechtschreibleistungen werden in der Deutschschweiz standardisierte Tests genutzt, deren Normen in Deutschland und Österreich gewonnen wurden. Die diagnostische Angemessenheit der neu normierten Hamburger Schreibprobe (HSP) für Schweizer Schülerinnen und Schülern wurde exemplarisch im Kanton Freiburg an einer Stichprobe von 1641 Schulkindern der Klassenstufen 1-6 untersucht. Ein Vergleich der Freiburger Stichprobe mit der HSP- Eichstichprobe ergab ein heterogenes Bild, welches je nach Klassenstufe variiert. Dabei verzeichnet die deutsche Stichprobe in der quantitativen Testauswertung mehr Leistungsvorteile als die Freiburger Schulkinder. Die Schweizer Schülerinnen und Schüler weisen zwar bei der qualitativen Auswertung durchgehend eine besser ausgeprägte alphabetische Strategie auf, sind jedoch im orthographischen Schreiben den deutschen Kindern unterlegen. Wie es sich weiter zeigte, führt die Anwendung der HSP-Originalnormen insgesamt zu einer Unterschätzung der Rechtschreibleistung der Freiburger Kinder und zudem zu sehr unterschiedlichen Anteilen an Schulkindern, die als rechtschreibschwach eingestuft werden. Die in dieser Studie analysierten HSP-Normen passen somit nur bedingt zu den Rechtschreibleistungen von Freiburger Kindern. Die referierten Befunde verweisen auf die Notwendigkeit weiterführender Studien zur Eignung von deutschen Testnormen für die LRS-Diagnostik in der Schweiz.
Faculty
Faculté des lettres
Department
Département de Pédagogie spécialisée
Language
  • German
Classification
Special education
License
License undefined
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https://folia.unifr.ch/unifr/documents/307151
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