Doctoral thesis

Kooperation von Schule und Familie aus Sicht der Eltern von Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten : Eine qualitative Untersuchung der elterlichen Perspektive auf die Zusammenarbeit von Fachpersonen der Primarschule und Eltern, deren Kinder von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS) betroffen sind

    2017

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Thèse de doctorat: Université de Fribourg, 2017

German Die Zusammenarbeit von Schule und Familie hat in der heutigen Bildungslandschaft einen hohen Stellenwert. Weil Bildung und Erziehung im Bereich der geteilten Verantwortung von Schule und Elternhaus liegen, die Aufgabenteilung aber nicht immer klar geregelt ist und zuweilen unterschiedliche Ansichten aufeinander prallen, birgt die Kooperation grosses Konfliktpotential. Bei Lernschwierigkeiten des Kindes besteht zudem die Gefahr von gegen-seitiger Schuldzuweisung. Im Fachdiskurs herrscht indessen Einigkeit, dass gerade bei Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS) eine Partnerschaft von Schule und Eltern not-wendig ist, um dem Kind eine erfolgreiche Schulkarriere zu ermöglichen. Darüber, wie diese Zusammenarbeit gestaltet werden kann, ist in der Literatur bislang wenig zu erfahren. Stu-dien zur Kooperation von Schule und Familie fokussieren zudem schwerpunktmässig die Perspektive der Bildungsinstitutionen, die elterliche Sicht rückt erst seit jüngerer Zeit ins Zentrum des Interesses. An diesem Punkt setzt das vorliegende Dissertationsprojekt an. Es geht der Frage nach, wie aus Sicht der Eltern von Kindern mit LRS die Kooperation von Schule und Familie gelingen kann. Dazu werden 15 Eltern interviewt, deren Kinder von LRS betroffen sind und die dritte bis sechste Primarklasse in der Schweiz besuchen. Um der Heterogenität des Untersuchungsfeldes Rechnung zu tragen, basiert die Auswahl der Inter-viewpartner auf einem qualitativen Stichprobenplan. Die Auswertung der Daten erfolgt mit-tels typenbildender qualitativer Inhaltsanalyse (Kukartz, 2016). Die Ergebnisse zeigen, dass die Eltern sehr unterschiedlich an die Zusammenarbeit herantreten. Die Spannweite der elterlichen Einstellungen reicht von bescheiden-zurückhal-tend bis ambitioniert-fordernd bezüglich zweier Dimensionen: (1) Verbesserungen beim Kind und ausserschulische Unterstützung sowie (2) Erwartungen an die schulische Förde-rung und an die Interaktion mit den schulischen Fachpersonen. Zum einen lassen sich ty-penübergreifend Aspekte ausmachen, die aus Sicht der Eltern zum Gelingen der Koopera-tion beitragen. Dazu gehören die von den Eltern wahrgenommene fachliche Kompetenz der Lehrpersonen im Bereich LRS und in der Beziehungsgestaltung, der regelmässige Aus-tausch an individuellen Gesprächen sowie proaktives Handeln seitens der Schule. Zum an-deren gewichten die fünf eruierten Typen gewisse Faktoren in der Zusammenarbeit unter-schiedlich. Auf eine differenzierte Betrachtung des Einzelfalls kann daher nicht verzichtet werden. In dieser Hinsicht stellt die Typologie eine Orientierungshilfe für die Gestaltung ei-ner gelingenden Kooperation von Schule und Familie dar.
Faculty
Faculté des lettres
Language
  • German
Classification
Education, teaching
Notes
  • Ressource en ligne consultée le 13.12.2017
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