Doctoral thesis

Sprachliche Praktiken im ein- und zweisprachigen Kindergarten des Kantons Graubünden : eine ethnographische Studie

    2017

1 ressource en ligne (198 p.)

Thèse de doctorat: Université de Fribourg, 2017

German Mit dem Thema der Sprache greift das Dissertationsprojekt ein in den letzten Jahren vermehrt im Interesse der Bildungsforschung und -politik stehendes Thema der frühkindlichen Bildung auf. Die zunehmende sprachliche Heterogenität der Gesellschaft auf der einen Seite und die im Untersuchungsgebiet historisch gewachsene Mehrsprachigkeit auf der anderen Seite werden im Kontext des Bildungssystems oftmals als Herausforderung wahrgenommen. Im dreisprachigen Kanton Graubünden mit den Sprachen Deutsch, Romanisch und Italienisch zeigen sich die gesellschaftssprachlichen Strukturen je nach lokaler Sprachtradition und Sprachentwicklung sehr unterschiedlich. Entsprechend diesen Strukturen sind auch die institutionellen sprachlichen Gegebenheiten von einer Diversität geprägt, die sich in lokalen Vorgaben zur Sprachverwendung widerspiegeln aber auch in ihren damit einhergehenden Herausforderungen. Das Dissertationsprojekt untersucht die Praxis des Kindergartens im Hinblick auf den Umgang mit Zwei- und Mehrsprachigkeit. Mit einer ethnographisch angelegten Untersuchung werden in einer vergleichenden Perspektive die sprachlichen Praktiken von zwei sprachlich unterschiedlichen Kindergärten in den Blick genommen. Es handelt sich dabei um einen bilingualen Kindergarten in einer traditionell romanischsprachigen Region, die von einer starken Germanisierung betroffen ist, sowie um einen deutschsprachigen Kindergarten mit dem Spezifikum der Diglossie. Es hat sich gezeigt, dass die Sprachwahl im monolingualen Kindergarten adressatenorientiert erfolgt. Die dominierende Varietät ist der Dialekt, während Hochdeutsch nur in Situationen, in denen ein Kind mit Nicht-Deutsch als Erstsprache direkt beteiligt ist, gewählt wird. Auch im bilingualen Kindergarten konnte die adressatenorientierte Sprachwahl beobachtet werden, wobei dieser zusätzlich eine situationsorientierte Sprachwahl kennt. Unabhängig davon, ob die Sprachwahl adressatenorientiert oder situationsorientiert erfolgt, handelt es sich immer um eine Pädagogisierung des sprachlichen Differenzproblems. Die Pädagogisierung steht dabei immer in einem Spannungsverhältnis zwischen der Förderung der Kinder und ihrer Besonderung.
Faculty
Faculté des lettres
Language
  • German
Classification
Education, teaching
Notes
  • Ressource en ligne consultée le 12.06.2017
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