Doctoral thesis

Alterspolitik in Schweizer Gemeinden : Netzwerke, politische Aufgaben und Planungspraktiken

    06.02.2013

Thèse de doctorat: Université de Fribourg, 2013

German Die vorliegende kumulative Dissertation handelt von Alterspolitik in Schweizer Gemeinden, im spezifischen von deren Akteure, Funktionsweisen, Planungsvorhaben und politische Prozesse. Im Kontext der demographischen Alterung werden Fragen, um die sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen einer alternden Gesellschaft und der politischen Handhabung betroffener Themen, aktuell. In dieser Dissertation wurde Alterspolitik nicht nur auf die, von Politikerinnen und Politikern, geführten Debatte oder auf die gesetzlichen Grundlagen begrenzt. Der Fokus liegt vielmehr auf allen Praktiken die das Leben von Seniorinnen und Senioren in den Gemeinden beeinflussen. Akteursnetzwerke, Vorgänge und die Beziehungen zwischen professionellen, ehrenamtlichen und freiwilligen Akteuren, welche die Dienstleistungen, Angebote gestalten, werden somit analysiert. Diese Dissertation beruht auf Resultaten, welche von zehn qualitativen Fallstudien mit insgesamt 87 Leitfaden-Interviews stammen, und die in fünf Artikeln zusammengefasst wurden. Jene Fallstudien wurden in zehn unterschiedlichen Gemeinden durchgeführt, die im Sinne der grösstmöglichen Diversität ausgewählt wurden. Die Interviews wurden mit der für diese Dissertation entwickelten Methode des Subjective Modelling durchgeführt, welche im ersten Artikel 5.1 beschrieben wird. Das Forschungsvorgehen, beruhend auf den ontologischen Grundlagen der Philosophie von Gilles Deleuze und insbesondere Félix Guattari, wird im zweiten Artikel 5.2 erläutert. Dabei gilt es, im Forschungsprozess Möglichkeiten denken zu können und somit multiple Denkanstösse zu produzieren. Die drei weiteren Artikel situieren sich je in einer der gewählten Forschungsachsen: Zusammensetzung von Akteur-Netzwerken, Entscheidungsfindung in der Alterspolitik und politische Aktionen in Netzwerken. Der Artikel 6.1 analysiert die unterschiedlichen Formen von Akteur-Netzwerken in den Gemeinden und die planerischen Eigenheiten, die diese bergen. Somit werden die Zusammensetzung von Akteur-Netzwerken, die unterschiedlichen Akteure in den Gemeinden und die unterschiedlichen Projekte, die daraus entstanden, analysiert. Die zweite Forschungsachse fokussiert auf Planungs- und Entscheidungsfindungsprozesse, welche im Artikel 6.2 anhand einer der getätigten Fallstudien untersucht werden. Es wird genauer identifiziert, wie Entscheidungen etabliert werden und welche Rolle die Gemeinde in Governance Systemen spielt. Der dritte Artikel (6.3) behandelt die unterschiedlichen Gesichter der Macht von Seniorenorganisationen. Basierend auf einer breiten Definition von politischer Aktion, werden verschiedene politische Momente analysiert und Schlüsse für die aktuelle Debatte zu Grauer Macht und Gerontokratie gezogen. Eingebettet in einen Rahmentext, der die thematischen, ontologischen, theoretischen und methodologischen Grundlagen beinhaltet, bilden diese fünf Artikel den Hauptteil dieser Dissertation. Diese Dissertation definiert sich als Grundlagenforschung in einem bis anhin wenig erforschten Zusammenfassung iii Feld. Alterspolitik in Schweizer Gemeinden zeigt sich als faszinierender Bereich, zusammengesetzt aus zahlreichen Praktiken, aus verflochtenen Planungsprozessen und einer Vielfalt an heterogenen Akteuren. Diese Studie stellt Erkenntnisse über komplexe Netzwerke von Akteuren in den Gemeinden und eine Analyse aktueller Thematiken vor, welche sowohl für die weitere Forschung, wie für praxisorientierte Projekte von Interesse sein können.
Faculty
Faculté des sciences et de médecine
Language
  • German
Classification
Law
License
License undefined
Identifiers
Persistent URL
https://folia.unifr.ch/unifr/documents/303190
Statistics

Document views: 27 File downloads:
  • Alterspolitik_Zweifel_2013.pdf: 2